Hormonbalance – was bringt uns aus dem Gleichgewicht

Unsere Geschlechtshormone werden leider immer wieder durch verschiedene Fremdeinwirkungen durcheinander gebracht. Stress und dauerhafte körperliche Überanstrengung verbrauchen das “Material”, das wir eigentlich für den Hormonsynthese benötigen und belasten dauerhaft die Nebennierenrinde. Ein gestörter Säure-Basen Haushalt, Darmfunktionsstörungen, Arzneistoffe, Schilddrüsenstörungen und eine Leberbelastung können ebenfalls zu einer hormonellen Disharmonie führen. Ein großer Störfaktor sind auch synthetische Östrogene- und Progesteron Hormone, wie sie z.B. in der Antibabypille enthalten sind oder auch im Rahmen einer Hormontherapie während der Wechseljahre zum Einsatz kommen. Auch in Fleich von Tieren können Hormone enthalten sein, wenn die Tiere eine Hormonbehandlung in der Mast verabreicht bekommen haben. Als Gefahr sind auch endokrine Disroptoren zu beachten. Diese Chemikalien können unser Hormonsystem durcheinander bringen. Diese Stoffe können in Kunst- und Baustoffen, Lösungsmitteln und Kosmetikas enthalten sein. Auf die Kleinstlebewesen in Gewässern haben diese hormonartig wirkende Stoffe bereits Auswirkungen im Bereich der Fortpflanzungsorgane.

 

So wirken die Basishormone in unserem Körper:

  • Östrogen – entscheidend für Menstruationszyklus und Fortpflanzung

Östrogene gelten als wichtigstes weibliches Sexualhormon. Sie sind essentiell für den gesamten Stoffwechsel und die Fortpflanzungfähigkeit der Frau. Sie stimmulieren den Eisprung und bauen die Gebärmutterschleimhaut auf, um eine möglich Schwangerschaft vorzubereiten. Im Laufe des Zyklusgeschehens unterliegt das Östrogen Schwankungen. Vornehmlich in der ersten Zyklushälfte sind die Östrogene bestimmend. In den Wechseljahren kann der Östrogenspiegel absinken. Symptome können sich in trockener Haut, Veränderung der Haardichte, Erschöpfungstendenzen, Hitzewallungen, Schlafstörungen und psychische Auffälligkeiten widerspiegeln.

Ein zuviel an Östrogenen (sie werden im Fettgewebe produziert und eingelagert) kann ebenso Symptome hervorrufen: Brustspannen, Hitzewallungen, Wassereinlagerungen, vermindertes sexuelles Verlangen, Myome, Zysten an den Eierstöcken, Haarausfall, Zwischenblutungen, Kopfschmerzen und erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken.

Bei Frauen und Männern können Depressionen, Schlafstörungen und Bluthochdruck in Folge einer Östrogendysbalance auftreten.

  • Progesteron – das stärkste natürliche Antidepressivum

Progesteron wird in der fruchtbaren Phase bei Frauen durch den Eisprung als sogenanntes Gelbkörperhormon freigesetzt. Darüber hinaus wird es in der Nebennierenrinde, in den Hoden und im Eierstock gebildet. Es unterstützt uns im Umgang mit Stress, fördert die Gedächtnisleistung und verbessert unseren Schlaf. Es fördert das sexuelle Verlangen, unterstützt den Fettstoffwechsel, strafft das Bindegewebe und fördert den Knochenaufbau.

Ein Mangel an Progesteron tritt bei Frauen in der Regel bereits vor dem 40. Lebenjahr auf, da hier die Ovarien nicht mehr bei jedem Zyklus einen Eisprung fördern. Hinweise auf einen Mangel sind hier PMS Symptome (vor der Periode) wie Migräne, Kopfschmerzen, Myome, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, stumpfe, trockene Haare, verkürzte Zyklen, starke Menstruationen und anhaltende Schmierblutungen.

  • Testosteron – das Krafthormon

Testosteron ist der Hauptvertreter der Androgene und gibt unserer Seele Selbstvertrauen. Es hilft bei Fettabbau und Muskelaufbau – auch im Herzen! Es unterstützt unsere geistige Leistungsfähigkeit (insbesondere das logische Denken) steigert das sexuelle Verlangen und stärkt unsere Durchsetzungskraft. Es fördert das Haarwachstum und den Kollagenaufbau der Haut und wirkt Osteoporose entgegen, indem es den Aufbau der Knochendichte unterstützt. Es wirkt bei Frauen und Männern ähnlich – beim Mann sorgt es für die männliche Geschlechtsprägung.

Ein zu wenig an Testosteron lässt unsere sexuelles Verlangen schwinden, fördert Ängstlichkeit und Verstimmtheit, führt zu Schwächezuständen, verminderter Leistungsfähigkeit, belasten das Herz bis hin zu Herzinfarkt und erhöhtem Schlaganfallrisiko. Beim Mann kann ein Testosteronmangel zu einer vergrößerten Prostata, Erektionsproblemen und vermindertem Bartwuchs führen. Frauen klagen über Blasenschwäche, Gebärmuttervorfall oder Cellulitis.

Kraftsport ist die einfachste Form den Testosteronspiegel natürlich wieder anzuheben. 3 – 5 x die Woche sind zu empfehlen.

  • Cortisol – die Energie für den Tag und den Säbelzahntiger

Cortisol wird in der Nebennierenrinde produziert und gilt als DAS Stresshormon. In der Regel steigt der Cortisol Wert kurz vor dem natürlichen Erwachen an – als innerer Wecker. Ab dem frühen Nachmittag nimmt der Cortisolspiegel wieder stetig ab, um dann am Abend seinen Tiefststand zu erreichen. Wir werden müde und können schlafen gehen. Fordert nun ein akutes Ereignis oder eine dauerhafte Anforderung unsere ganze Aufmerksamkeit, wird Cortisol über einen Auftrag der obersten Schaltzentrale, dem Hypothalamus und der Hypophyse, freigesetzt. Dieser erhöhte Cortisolspiegel setzt schnell Zucker aus den Eiweißdepots frei. Hintergrund dieses Vorgangs liegt im Fight or Flight – Stress sagt dem Symstem kämpfen oder fliehen. Die Gefäße (Adern und Aterien) werden eng gestellt, der Blutdruck steigt.

Wer dauerhaft Stress und Überlastung ausgesetzt ist oder an chronischen Entzündungen leidet, riskiert eine Nebennierenerschöpfung. Vorgeschaltet ist in der Regel die Nebennierenschwäche, die sich in Muskelabbau, verminderte Knochendichte, einer Bindegewebsschwäche und Bluthochdruck zeigen kann. Das Körperfett nimmt vorallem am Bauch zu.

Und das ist noch lange nicht Alles!

Neben den oben genannten Basishormonen, gibt es noch eine Reihe weiterer Hormone, die im Idealfall gut ineinander wirken: 

Nicht selten ist spätestens jenseits des 50. Lebensjahres ein hormonelles Ungleichgewicht Mitursache verschiedener Erkrankungen. Es lohnt sich hier genauer hinzuschauen und mit pflanzlicher oder naturidentischer Unterstützung das Hormonsystem wieder in Balance zu bringen.